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AUTOMATISIERTE WAFFENSYSTEME


RÜSTUNGSWETTLAUF MIT KÜNSTLICHER INTELLIGENZ
(Amnesty Journal April 2017)


US-Soldaten in Point Mugu, Kalifornien, Juli 2015: © Patrick T. Fallon / Reuters

Weltweit gibt es einen Trend hin zu automatisierten Waffensystemen, die sich menschlicher Kontrolle immer weiter entziehen. Kritiker wie Niklas Schörnig befürchten einen Rüstungswettlauf mit künstlicher Intelligenz. Hier geht's zum Interview von Hannah El-Hitami mit Niklas Schörning



KILLERROBOTER IM VISIER
(Amnesty Journal Februar 2017)


© Oli Scarff/Getty Images

2017 könnte das Verbot von Killerrobotern einen entscheidenden Schritt vorankommen. Auf der fünften Konferenz zur Überprüfung der UNO-Waffenkonvention in Genf beschlossen Vertreter von 89 Staaten, der Entwicklung solcher Kampfmaschinen nicht weiter tatenlos zuzusehen. Stattdessen sollen die Verhandlungen über ein Verbot formalisiert und ausgeweitet werden.

Killerroboter sind autonome Waffensysteme, die Ziele ohne nennenswerte menschliche Kontrolle auswählen und angreifen können. Was wie die Bedrohung aus einem Science-Fiction-Roman klingt, könnte mithilfe moderner Technik bald Realität werden. Dem versuchten die Delegierten bei ihrer Zusammenkunft im Dezember einen Riegel vorzuschieben. Für ein Verbot der vollständig autonomen Waffen sprechen sich weltweit bislang lediglich 19 Staaten aus. Deutschland gehört nicht dazu. Fachleute betrachten die Automatisierung von Kampfmitteln als dritten Schritt in der Evolution der Kriegsführung nach der Erfindung des Schießpulvers und der Nuklearwaffen.

Auch Amnesty International setzt sich für ein Verbot ein. Killerroboter würden zwar die Sicherheit von Soldaten und Polizisten im Einsatz erhöhen, jedoch die Hemmschwelle senken, überhaupt in bewaffnete Konflikte einzutreten, kritisiert Rasha Abdul Rahim, die bei Amnesty in London für Rüstungskontrolle zuständig ist. Die automatisierten Waffensysteme können nicht zwischen Zivilisten und Soldaten unterscheiden. Außerdem lassen sie sich kaum auf die Regeln des internationalen Kriegsvölkerrechts programmieren, so Abdul Rahim: »Robotern die Macht der Entscheidung über Leben und Tod zu geben, überschreitet eine grundlegende moralische Grenze. Sie haben keine Emotionen, keine Empathie oder Mitgefühl, und ihre Verwendung würde gegen das Menschenrecht auf Leben und Würde verstoßen.«

Nach Jahren des Stillstands ist der UNO-Beschluss ein kleiner, aber wichtiger Schritt hin zu einem Verbot automatisierter Waffensysteme, dem erstmals auch China seine Zustimmung erteilte. Doch die Zeit drängt: »Eine abwartende Haltung könnte zu weiteren Investitionen in die Entwicklung und zu einer rapiden Ausbreitung dieser Systeme führen«, warnt Abdul Rahim.


Weitere Informationen:

Zehn Gründe, warum es an der Zeit ist, mit dem Verbot von "Killerrobotern" ernst zu machen
Amnesty International fordert, einen formellen Verhandlungsprozess zu schaffen, um gefährliche Killerroboter weltweit zu verbieten – sowohl im Krieg als auch bei Polizeieinsätzen.

Ten reasons why it’s time to get serious about banning ‘Killer Robots’
Amnesty International is calling for the creation of a formal negotiation process with a view to establishing a new global ban on lethal and less-lethal “Killer Robots”, both on the battlefield and in policing operations.

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